Mein schöner Rasen Teil 2

Mein schöner Rasen Teil 2

Die ersten Schritte nach dem Winter
Die Sonne scheint wieder stärker und vor allem Länger. Der Schnee schmilzt im Garten vor sich hin. Mancherorts werden kleine graue Schimmelflecken auftauchen. Es handelt sich dabei um den sogenannten Schneeschimmel (Microdochium nivale). Dieser kommt nicht nur im Winter zum Vorschein. Es kann auch in den Übergangsmonaten vorkommen wenn die Temperaturen um die 10°C betragen, und eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Welche Flächen sind besonders betroffen? Meist Rasenflächen, welche einseitig mit Stickstoff (N) gedüngt wurden, und vor allem Gräser wie Lolium perenne, Poa annua und auch Agrostis Arten. Vorbeugend kann man auf eine ausreichende Durchlüftung des Bodens, eine ausgewogene NPK Düngung, Rasenfilz mit Vertikutieren abbauen und auf eine ausreichende Luftzirkulation achten. Die Bekämpfung ist meist sehr einfach, und doch benötigt man etwas Zeit. Es genügt im Grunde, wenn das Pilzmyzel auf den Gräsern zu einem trockenen Zeitpunkt mit einem Laubrechen abgestreift wird. Eine leichte Düngergabe kann erfolgen, wenn der Boden nicht mehr gefroren ist, und die Gräser schon mit dem Spitzeln beginnen. Das Wurzelwachstum hat nämlich schon ca. 2 Wochen eher begonnen. (Bild Schneeschimmel)
Nachdem die Rasenfläche nach dem Winter mit einem Laubbesen abgerechnet wurde, und eine leichte Düngergabe mit einem Stickstoffbetonten Rasen Langzeitdünger durchgeführt wurde, ist jetzt Geduld gefragt. Mähen Sie die Rasenfläche mindestens 2 mal bevor mit weiteren „Groben“ Pflegeschritten beginnen.

Vertikutieren
Unter vertikutieren versteht man das beseitigen von Rasenfilz aus der Erdoberfläche, um den Pflanzen wieder Platz und Luft zu geben. Rasenfilz bildet sich im Laufe der Zeit durch abgestorbene Pflanzenreste, zurückgebliebenes Schnittgut und auch durch andere organische Rückstände wie Nadeln und/ oder Laubblätter. Dieser sogenannte Rasenfilz hat die negative Auswirkung, dass er sehr viel Wasser speichert (ca. 10 Liter/ m2/ 1 cm Dicke), was den Wurzeln in Folge nicht mehr zur Verfügung steht. Auch der Gas/ Sauerstoff-Austausch welcher die Wurzeln mit Sauerstoff versorgt wird dementsprechend blockiert, was ein deutlich schwächeres Wachstum bedeutet.
Die Tiefe der Vertikutiermesser sollte am besten auf einem ebenen Untergrund zB Asphalt eingestellt werden. Dazu dreht man die Messer hoch, und beginnt bei laufenden Motor die Messer langsam zu Boden zu lassen, bis Sie den ersten Bodenkontakt haben. Dadurch gewährt man, dass die Messer nicht tiefer als 1-2 mm in den Boden eindringen. Achtung: Vertikutieren ist nicht mit Fräsen zu verwechseln.
Wenn das Vertikutieren zu früh durchgeführt wird, hat das folgende negative Auswirkungen auf den Rasen. Es werden zu viele Gesunde Rasenpflanzen herausgerissen, welche nur nicht die Zeit hatten sich im Boden wieder fest zuwachsen. Es entstehen dadurch große kahle Stellen, welche eine ideale Angriffsfläche für bereits im Boden befindliche Unkräuter sind. Daher ist es kein Problem, wenn das Vertikutieren erst im Mai erfolgt. Bevor der Vertikutierer in Stellung gebracht wird, sollte der Rasen mindestens zwei mal gemäht worden sein. Ist dies nicht der Fall, besteht die Gefahr dass die jungen Grastriebe welche noch nicht fest mit dem Boden verwachsen sind, herausgerissen werden. Dann entsteht mehr Schaden als Nutzen, da sich Bodenunkräuter jetzt perfekt verbreiten können.
Als erstes sollte der Rasen kurz gemäht werden. (Aber keinen Rasierschnitt)! Danach mit dem Vertikutierer in längs- und in Querrichtung des Rasens vorarbeiten. Wenn der letzte Vertikutiervorgang schon längere Zeit zurückliegt, dann werden Sie staunen wie viel „Abfall“ aus der Fläche kommen wird. Es handelt sich hierbei um Rasenfilz. Dieser Filz besteht hauptsächlich aus zurückgelassenen Schnittgutes, welches gemulcht, oder nicht abgesaugt wurde. Warum ist Rasenfilz so schädlich? Man bedenke, dass 1 cm Rasenfilz 10 Liter Wasser pro Quadratmeter speichert, was den Wurzeln erst gar nicht zur verfügung stehen kann. Das bedeutet, dass sehr viel Wasser bei einer Bewässerung verschwendet wird. Die Wurzeltiefe nimmt dadurch auch ab, was dadurch einen schwach strapazierfähigen Rasen zur Folge hat.

Neuanlage einer Rasenfläche
Neuanlagen werden meist dann durchgeführt, wenn Erdbewegungen stattgefunden haben, aber auch wenn ganz klassisch das Planschbecken abgebaut wird. Wie der Name schon sagt, beginnt man bei null. Am wichtigsten ist die Vorbereitung für alle weiteren Arbeitsschritte. Der Boden, das Ausgangsmaterial, muss sorgfältig vorbereitet sein. Idealerweise ist darauf zu achten, dass der Boden locker, sowie Wasser- und Luftdurchlässig ist, damit die Wurzeln der Gräser sich gut ausbilden können. Eine perfekte Mischung wäre ein sandiger Lehmboden. Als Sand eignet sich idealerweise ein Rasenquarz, wobei für den Hausgarten durchaus ein Kalkfreier gewaschener 0/2er Sand sein ausreichen hat. Ungünstig sind Tonige Böden, da diese rasch verdichten und Wasser schlecht versickern lassen. Im Gegensatz dazu sind reine Sandböden auch sehr schwierig, da Wasser und Nährstoffe nur bedingt gespeichert werden können. Unterböden, welche aus einem Kelleraushub stammen sind ebenso unratsam. Diese können aber mit ca. 15 cm Oberboden deutlich verbessert werden.
Bodenvorbereitung: Im Zuge von Bauarbeiten werden Böden sehr stark verdichtet. Um wieder einen krümeligen, lockeren Oberboden zu erhalten muss der Boden wird mit einer Fräser oder Schaufel mindestens 15 cm tief umgegraben, bzw. vermischt, und mit einem Rechen gleichmäßig eingeebnet werden. Alte Pflanzen und Wurzelreste, sowie Steine (> Daumen) entfernen. Eine Rückverdichtung der trockenen Planie, kann mit einer Rasenwalze erfolgen. Es ist unumgänglich, dass sich der Boden setzen wird, daher ist es ratsam, nach einigen Tagen grobe Unebenheiten nochmals auszugleichen.
Saatbett vorbereiten: Bevor es zum einsäen geht, wird das Saatbett nochmals vorbereitet. Hierzu wird mit einem Rechen die ersten 2-3 cm aufgelockert und grobes Material erneut aufgesammelt. Nur so bietet dich den feinen Samenkörnern auch ein ausreichender Bodenkontakt für den Anwuchs.
Düngung: Damit die Pflanzen dann rasch Wurzel und Blätter bilden können, benötigen sie von Beginn an den richtigen Nährstoff in der richtigen Menge. Hochwertige Starterdünger für Grünanlagen werden ausschließlich im Fachhandel vertrieben. So haben Sie auch die Gewissheit, dass ihnen diese Dünger bei Fachgerechter Anwendung keine versteckten Gefahren wie Verbrennen der Pflanzen mit bringt. Die Ausbringung erfolgt idealerweise mit einem Streuwagen vor dem Saatgut. Grund dafür liegt im Gewicht des Düngers. Saatgut würde bei wiederholtem überschreiten des Gartens auf der Fußsohle kleben bleiben.
Einsaat: Nachdem Das Saatbett vorbereitet ist, und der Starterdünger gleichmäßig verteilt wurde, folgt nun die eigentliche arbeit, das einsäen der Saatgutmischung. Die Art der Mischung sollte wohl überdacht sein, wie in der letzten Ausgabe beschrieben. Im Herbst finden wir die besten Voraussetzungen für die Aussaat eines Rasens. Der Boden ist warm, die Niederschläge (Tau) erleichtert das Feuchthalten des Keimlings, und die Temperaturen werden auch nicht mehr so extrem heiß. Fröste wie im Frühjahr sind daher auch nicht mehr relevant.
Weitaus verbreiteter ist aber die Aussaat im Frühjahr. Leider können es da auch viele Gartenbesitzer nicht mehr erwarten, und beginnen viel zu zeitig. Das Saatgut benötigt eine Bodentemperatur von mindestens 10 Grad Celsius, um eine optimale Keimung zu haben. Diese Bodentemperaturen erreichen wir meist, Ende April – Anfang Mai. In dieser Zeit hatten wir auch in der Vergangenheit Trockenheit, sowie auch extreme Hitzen – was ein ausreichendes Feuchthalten des Keimlings deutlich erschwert. Oft kommt es dann zu mühsamen nacharbeiten der Aussaaten.
Je gleichmäßiger das Saatgut verteilt wurde, desto schöner wird der Aufwuchs werden. Bevor die Rasenmischung mit einem Streuwagen, oder von geübter Hand ausgebracht wird, sollte die Mischung nochmals in einem Kübel gut durchgemischt werden, um eventuelle Entmischungen auszugleichen.  Aufwandmengen sollten auch bei Samenmischungen eingehalten werden. Eine Überdosierung bringt einen Konkurrenzkampf, eine Unterdosierung Verunkrautung mit sich. Bei Hochwertigen Rasenmischungen empfiehlt sich eine Aufwandmenge von ca. 25-30 gr/ m².
TIPP!! Wenn Sie mit dem Streuwagen in längs- und anschließend in Querrichtung fahren, vermeiden Sie sowohl bei Dünger als auch bei Saatgut die deutlich sichtbaren Fahrspuren.
Nach der Aussaat wird das Saatgut mit einem Rasenrechen nochmals leicht eingearbeitet (ca. 1 cm). Eine Verdichtung des Bodens kann wieder mit einer Rasenwalze erfolgen. Bleibt das Saatgut oben auf dem Saatbett liegen, besteht eine deutlich höhere Gefahr des Austrocknens, und des Vogelfrases.
Bewässern: Die Keimung der Rasengräser ist sehr verschieden. Diese gehen von 7 Tagen (Lolium perenne) bis ca. 25 Tagen (Poa pratensis). Daher ist auf eine ausreichende Befeuchtung der Einsaat über die ersten 3-4 Wochen zu achten, um Trockenschäden zu vermeiden. Die oberste Bodenschicht soll nicht schwimmen, aber durchaus feucht gehalten werden. Dazu kann es notwendig sein, dass 3-5-mal pro Tag für ca. 10 Minuten bewässert werden muss.
Rasenschnitt: Dieser erfolgt erst dann, wenn das Gras eine Höhe von 10 cm erreicht hat. Eine Schnitttiefe von 6 cm sollte nicht unterschritten werden. Das Schnittgut muss unbedingt aufgesammelt werden.  Es ist darauf zu achten, dass die Messer des Rasenmähers frisch geschliffen sind, und einen sauberen Schnitt vollbringen. Stumpfe Messer können das Gras nicht schneiden, daher besteht die Gefahr, dass die noch nicht fest verwurzelten Gräser aus dem Boden gerissen werden. Keine Angst dürfen Sie von Unkräutern haben, welche sich bei einer Neuansaat etabliert haben. Diese Bodenunkräuter verschwinden mit häufigen und regelmäßigen Rasenschnitt. Pflanzenschutzmittel sollten frühestens nach einem halben Jahr erst verwendet werden.
Im der nächsten Ausgabe werden wir Einblick über Probleme einer Neuanlage, Düngereigenschaften sowie Unkrautbekämpfung.

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