Pilzgerste

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Pilzgerste2019-03-28T15:02:44+00:00

Melocont® & Granmet® Pilzgerste

Bodenpilz bekämpft Engerlinge
Bei der Bekämpfung der Maikäfer setzt die Fachberatung der Landwirtschaftskammern auf mechanische Verfahren (siehe Tabelle 1) in Kombination mit Melocont®-Pilzgerste. Der Wirkungsmechanismus der Pilzgerste ist denkbar einfach: Kommen Engerlinge mit beimpften Gerstenkörnern in Berührung, werden sie von dem darauf wachsenden Pilz Beauveria brongniartii infiziert. Konidien (asexuelle Sporen) bleiben an der Wirtsoberfläche haften, keimen aus und dringen mit dem Keimschlauch ins Körperinnere der Engerlinge. Das Insekt verendet ca. 3 – 14 Tage nach der Infektion. Nach dem Tod des Wirtes bildet der Pilz bei ausreichender Bodenfeuchte und Luftversorgung außerhalb des Insektes ein dichtes, weißes Luftmyzel und besiedelt Hohlräume im Boden.

Pilzgerste vorbeugend einsetzen
Beauveria brongniartii ist ein im Boden natürlich vorkommender Pilz. Er infiziert ausschließlich Wald- und Wiesenmaikäfer
bzw. alle Entwicklungsstadien vom Ei bis zum fertigen Käfer. Bei entsprechend hoher Engerlingsdichte im Boden kann sich der Pilz gut vermehren, so dass spätestens in der zweiten Generation die Maikäferpopulation zusammenbricht. Die Wirkung ist dann auf Jahre gesichert und sollte drei bis vier Maikäfergenerationen anhalten. Die Pilzgerste ist daher von der Wirkung her mit chemischen Mitteln nicht vergleichbar. Sie bringt keinen unmittelbaren Schutz der Kultur, sondern muss vorbeugend eingesetzt werden.
Bei der Erstbehandlung ist eine zweimalige Ausbringung von je 30 kg Melocont®-Pilzgerste pro Hektar und Jahr erforderlich. Ist nur eine Anwendung möglich, muss die Aufwandmenge auf 50 kg/ha erhöht werden. Wichtig ist, dass die verpilzten Gerstenkörner mindestens 3 cm tief in den Boden eingearbeitet werden. Im Grünland bewährt sich das Säschlitzverfahren, das von der umbruchlosen Grünlanderneuerung her bekannt ist. Zur Absicherung der Wirkung sollte die Pilzgerstenbehandlung in den beiden Folgejahren mit je 30 bis 50 kg/ha unbedingt fortgeführt werden. Neueste Studien belegen eindeutig dass dort, wo die Erstbehandlung bereits zehn bis zwölf Jahre zurück liegt, eine neuerliche Einbringung der Pilzgerste dringend notwendig wird, weil sich der Pilz auf sein natürliches Vorkommen zurückzieht.

Ausbringung
Der Pilz kann über die gesamte Vegetationsperiode unter berücksichtigung der Zulassungszeiträume (siehe Pflanzenschutzdatenbank der BAES) eingesetzt werden. Spezielle Nachsaatmischinen wie die Vredo, sind dazu bestens geeignet.

Tricks und Tipps gegen Maikäfer & Co

  • Langjährige Beobachtungen zeigen, dass Wiesen mit dichten bzw. hohen Pflanzenbeständen vor übermäßiger Eiablage abhalten. Deshalb lückige Wiesen mit geeignetem Saatgut dicht machen und das Grünland, wenn möglich erst nach dem Flug mähen.
  • Mit Wasser und Nährstoffen gut versorgte Wiesen sind widerstandfähiger.
  • Empfindliche Kulturen wie Erdäpfel erst nach intensiver Bodenbearbeitung vor dem Anbau pflanzen.
  • Spezialkulturen mit Netzen abdecken.
  • Melocont®-Pilzgerste gegen Maikäfer oder Granmet P® mit mechanischen Maßnahmen (intensive Bodenbearbeitung oder Abdeckung) kombinieren.
  • Wiesen genau beobachten. Vermeintliche Trockenschäden können das Ergebnis von Engerlingsfraß sein.

Melocont® gegen Maikäfer Engerlinge

Zur biologischen Bekämpfung gegen den Feld- und Wiesenmaikäfer.

Aufwandmenge: 30-50 kg/ ha
Registriernummer: 4073
Gebinde: 3 kg Packung

Granment P® gegen Juni- und Gartenlaubkäfer

Zur biologischen Bekämpfung gegen den Juni- und Gartenlaubkäfer.

Aufwandmenge: 30-50 kg/ ha
Registriernummer: 4068
Gebinde: 3 kg Packung